Gründe und Lösungen für das Wund-Lecken bei Hunden

Dafür, dass ein Hund sich wund leckt gibt es beinahe so viele Gründe wie Sand am Meer. Das Symptom ist jedoch meistens gleich: Er leckt sich (wann immer man nicht hinschaut) eine bestimmte Stelle. Diese wird immer kahler und schließlich wund. Einige Hunde machen selbst bei einer wund geleckten Stelle nicht halt und lecken, bis es blutet. Nun die Frage: Was sind die häufigsten Ursachen für so ein Verhalten?

Denke jedoch bitte daran: Wir ersetzen nicht deinen Tierarzt. Ein Hund, der sich sein Fell wund leckt, muss untersucht werden. Mit unserer Zusammenfassung kannst du dich jedoch vorher schon informieren und eventuell bestimmte Ursachen ausschließen.

Psychische Ursache: Leckmanie


Mehr Hunde als selbst die Tierärzte manchmal glauben leiden unter dem psychosomatischen Lecken. In den meisten Fällen ist es so, dass der Hund irgendwann einmal ein tatsächliches Jucken an einer Stelle hatte (z.B. durch einen Flohbiss) und sich dort permanent geleckt hat.

Als der Biss verschwand, hörte er allerdings nicht auf, sondern machte weiter.

Die häufigsten Ursachen für ein solches Lecken sind Stress und Langeweile.

Hat dein Hund in letzter Zeit eine Umstellung in seinem Leben erfahren - ist z.B. ein neues Familienmitglied (auch tierisch) eingezogen, hast du einen neuen Job oder bist du neu verliebt? Dein Hund reagiert sensibel auf dein Verhalten und weiß oft nicht, wie er damit umgehen soll. Ablenkung in Form von Lecken hilft da eventuell, eine gewisse Routine beizubehalten und "Stabilität" in ein stressiges oder sich änderndes Leben zu bringen.

Hast du ein solches Sensibelchen als Hund, solltest du ihm seine Routine auf eine andere Weise geben. Beispielsweise durch längere Spaziergänge, feste Spielzeiten etc. Die Wunde sollte verbunden werden, sodass der Hund nicht mehr daran kann. Gegebenenfalls kannst du etwas Wundsalbe darauf geben, dass es schneller verheilt.

Einige unterforderte Hunde lecken sich ebenfalls - aus Langeweile. Diese Hunde vermissen Action in ihrem Leben und vielleicht auch etwas mehr Abwechslung. Einen solchen Hund heißt es auszulasten. Longieren, Agility und andere Hundesports können da eine gute Antwort auf die Langeweile sein. Auch hier heißt es natürlich, die Wunde zu verbinden, sodass Bello sich nicht mehr dort Lecken kann.

Ursache: Unerwünschte Mitbewohner


Auch bestimmte Parasiten bringen Wuff durch Juckreiz schier zur Verzweiflung.

Flöhe sind hier häufige Kandidaten, die zumindest für kurze ihr Unwesen auf dem Hund treiben, ihn beißen (oft mehrere Male an einer Stelle) und dann meistens auch schon vom Besitzer oder vom Hund selber wieder vertrieben werden. Flohbisse erkennt man daran, dass sie kleine rote Punkte sind, die von einem weißen Hof umrundet sind. Flöhe neigen dazu, Fehlstiche zu tun und beißen daher oft mehrere Male auf dem gleichen Quadratzentimeter Haut.

Milben sind ein weiterer häufiger Grund für starken Juckreiz bei Hunden, auf den sie mit intensivem Lecken reagieren. Es gibt viele verschiedene Milbenarten. Ohrmilben finden sich in und an den Ohren, Herbstgrasmilben lassen sich oft an einem bestimmten Platz im Fell nieder und Raubmilben befallen gar den ganzen Pelz, was oft zu immensen Schuppen führt.

Ein weiterer Parasit, der genannt werden will, ist die Laus. Läuse können ebenfalls zu Juckreiz führen, der mit Wundlecken beantwortet wird. Läuse allerdings sind Schwächeparasiten, die nur die wenigsten Hunde befallen. Die Hunde, die von Läusen befallen sind, sind meistens schon durch andere Krankheiten, Futtermangel, unhygienische Umstände oder andere Parasiten so geschwächt, dass sie sich nicht mehr gegen Läuse wehren können.

Findet das Lecken in der Nähe das Afters statt, kann es sich auch um Wurmbefall von Spulwürmern, dem Bandwurm oder Fadenwürmern handeln.

Ursache: Reizung


Bestimmte Chemikalien sind einfach Gift für unsere Hunde. So oft auch Schädlingsbekämpfungsmittel in Wiesen, Feldern oder gar im Wald. Diese Chemikalien setzen sich beispielsweise an "dünnen" Stellen in der Haut (z.B. zwischen den Ballen) fest und reagieren dort mit der Haut. Als Reaktion leckt sich der Hund dort.

Chemikalien gibt es natürlich auch in der eigenen Wohnung. Bestimmte Putzmittelgehören eindeutig dazu.

Auch Streusalz im Winter verursachen schwere Reizungen an des Ballen bei vielen, vielen Hunden.

Das Lecken kann helfen, ist jedoch auch "schlecht", weil die Chemikalie so ins Innere gelangt und dort weiteren Schaden anrichten kann. Läuft man mit seinem Hund täglich den gleichen verseuchten Weg, kann das zu einem permanenten Wundlecken führen.

Auch Grannen (von bestimmenten Getreidearten) können zu schweren Reizungen der Hautführen, wenn sie in die Haut des Hundes eindringen und sich durch ihre Widerhaken nicht mehr von selbst lösen. Grannen können sogar schwere Entzündungen hervorrufen.

Hundeschuhe können hier vorbeugen und ein Stück weit Abhilfe verschaffen. Wundsalben helfen auch hier bei der Heilung - sollten allerdings vom Tierarzt "verschrieben" werden.

Ursache: Futterumstellung


Viele Hunde reagieren empfindlich, wenn sie völlig neues und unbekanntes Futter bekommen. Juckendes Fell kann da auf jeden Fall auftreten und dazu führen, dass der Hund sich wund leckt.

Hast du den Verdacht, dass es an der Futterumstellung liegt, solltest du deinen Tierarzt konsultieren, ob es sich empfiehlt, die Umstellung "durchzuziehen" und zu warten, bis die Eingewöhnungsphase vorbei ist, oder zum alten Futter zurückzukehren.

Ursache: Allergie


Mehr Hunde, als man denkt, leiden an Allergien. Manche reagieren dabei allergisch auf Parasiten wie Milben, andere auf bestimmte Inhaltsstoffe im Futter und wieder andere auf Gräser etc. Allergien sind Überreaktionen des Immunsystems auf Stoffe, die eigentlich keine Bedrohung für den Hund sind und müssen in jedem Fall individuell vom Tierarzt behandelt werden.

Bild: CC 2.0 by erin MC hammer