3 Gründe für Übergewicht bei Hunden

Ach du dicker Hund! Dieser oder ähnliche Ausrufe ertönen immer häufiger in deutschen Landen, wenn schockierte Besitzer sehen wie sich Bellos Wanst immer weiter ausdehnt. Heutzutage sind beinahe 50% der deutschen Hunde übergewichtig. Und das ist keine Entschuldigung! Schließlich liegt es nicht in der Natur des Hundes, dick zu werden und sich so zahlreiche Risiken auf Krankheiten wie Diabetes, Arterienverengung oder kaputte Kniegelenke im Alter.

Nun ist die Frage natürlich: "Warum sind die Hälfte der deutschen Hunde zu dick?" Genau wie bei menschlichem Übergewicht ist die Antwort meist einfach, denn am deutschen Trinkwasser liegt es bestimmt nicht...

Grund Nummer 1: Falsche Ernährung


Mehr als alles andere ist die falsche Ernährung des Hundes "Schuld" an dessen Unförmigkeit. Den Hund kann man natürlich nicht dafür verantwortlich machen. Er sucht einerseits nicht das Futter aus und serviert auch nicht zu große Mengen in seinem Futternapf. Hier sind Tipps, wie du deinen Hund gesund ernähren kannst:

1.) Nicht zu viele Leckerlis:
Natürlich sollst du deinen Hund belohnen, wenn er lieb war. Aber muss es denn immer gleich ein ganzes Leberwurstbrot sein oder eine halbe Tüte Frolic? Der Hund freut sich oder so - ob das Leckerli ein beinahe fettfreies Stück Hühnchen war oder besagtes Stück Leberwurst.

Wir empfehlen dir, die Leckerli-Menge zu reduzieren und darauf zu achten, dass du fettarme Leckerlis gibst, wenn du verhindern willst, dass dein Hund weiter zunimmt. Kleine Stücke gekochtes Geflügel beispielsweise sind überaus beliebt bei allen Hunden und ist später so gut wie gar nicht auf den Hüften sichtbar.

2.) Trockenfutter:
Achtung! Auch Sätze wie: "Aber wir füttern ihm doch das teure", nützen hier nichts. Es ist einfach so: Trockenfutter, egal wie hochwertig, führt eher dazu, dass Hunde dick werden als das billigste Feuchtfutter. Das hat unter anderem folgende Gründe: Zunächst ist die Menge Trockenfutter, die man füttern sollte, relativ gering. Das liegt daran, dass Trockenfutter sein Potential erst im Magen entfaltet und sich dort ausdehnt. Während des Fressens denken sowohl der Besitzer sowie der Hund: "Das ist aber wenig. Das macht jetzt aber nicht satt." Das führt dann oft dazu, dass die Futtermenge stillschweigend erhöht wird und somit die tägliche Kalorienration nicht selten um ein Drittel steigt. Nicht genug damit, im Magen angekommen geht das Trockenfutter auf und nimmt alles Wasser im Magen auf, wodurch der Magen stark übersäuert. Das ist unangenehm für den Hund und in den meisten Fällen wird der Missstand im Magen nicht nur mit Wasser bekämpft, sondern auch mit allen anderen auffindbaren hundetauglichen Lebensmitteln. Und das sind wieder zusätzliche Kalorien.

Wir empfehlen daher, dass du, wenn du schon nicht auf Feuchtfutter umsteigen willst, zumindest das Trockenfutter genau abwiegst und es vor dem Füttern mit Wasser aufweichst.

3.) Zu viel:
Nicht nur Trockenfutter wird zu viel gefüttert. Auch das normale Dosenfutter wird von vielen Hundebesitzern als "zu wenig" erachtet, sodass sie lieber etwas mehr dazu tun, damit ihr Hund bloß nicht Hungert.

Auch hier gilt: Achte genau darauf, wie viele Kalorien dein Hund pro Tag braucht und gebe ihm nicht mehr als nötig. Du tust deinem Hund keinen Gefallen, wenn du ihm mehr gibst als er braucht!

4.) Inkonsequenz:
Die meisten Menschen sind wankelmütig. Das ist ja grundsätzlich nichts Schlechtes. Aber wenn es zur Ernährung des Hundes kommt, ist nun einmal Konsequenz angesagt. Süße Dackelblicke oder niedliches Gehabe sollten dich nicht vom normalen Ernährungsplan abbringen.

Lobe deinen Süßen mit Worten, nicht mit Leckerlis, wenn er seine drolligen Aktionen durchführt. Glaube uns, Hunde wissen auch diese "Seelenleckerlis" zu schätzen - es muss nicht immer gleich ein Leberwurstbrot sein.

5.) Schlechtes Gewissen:
Öfter als man denkt, führen die Gewissensbisse des Dosenöffners zu einer irrational hohen Verabreichung von Leckerlis. Natürlich ist es nicht schön, wenn du keine Zeit für Bello hast oder ihn mal angeschnauzt hast, ohne dass er es verdient hat. Aber ihm dann zur Wiedergutmachung die doppelte Futtermenge zu geben oder einen Berg von Leckerlis ist einfach nicht richtig.

Dein Hund freut sich mehr darüber, wenn du lieb zu ihm bist und ihn schätzt als über viel Futter. Es scheint zwar oft so, als wäre das das einzige, was den Vierbeiner interessiert. Aber dem ist nicht so. Du freust dich ja auch mehr über ein Kompliment deines Partners als über ein Stück Schokolade, das er dir gibt.

Grund Nummer 2: Bewegungsmangel


Genau wie beim Menschen ist auch beim Hund Bewegungsmangel der zweit häufigste Grund für Übergewicht. Auch hier hat der Hund natürlich keine Schuld an der Situation. Er führt sich selbst ja schließlich nicht an der Leine herum und bestimmt welche Strecken gegangen werden. Eine halbe Stunde - oder gar nur 20 Minuten - pro Tag reichen einfach nicht als Auslauf. Besonders dann nicht, wenn der Hund ein höheres Stockmaß als einen halben Meter hat.

Achte daher einfach darauf, jeden Tag eine Stunde für den Spaziergang mit deinem Hund einzuplanen. Auch bei Wind. Und auch bei Regen. Sogar bei Schnee.

Ein weiterer Trick ist, den Hund auch zu Hause zur Bewegung zu animieren. Das geht natürlich am besten beim Spielen.

Auch bestimmte Hundesportarten wie Agility oder Longieren können deinem Hund helfen, ein paar Pfunde zu verlieren. Die Hauptsache ist einfach, dass er sich mehr bewegt als vorher.

Grund Nummer 3: Schlechte Voraussetzungen


Alle Gründe, die in dieser Kategorie liegen haben andere Ursachen als die typischen Diäten-Killer Bewegungsmangel und falsche Ernährung. Es gilt sich als Dosenöffner allerdings nicht auf diesen Ursachen auszuruhen, sondern trotzdem mit viel Sport und gesunder Ernährung gegen diese schlechten Voraussetzungen zu arbeiten.

1.) Das Alter:
Im Alter wird der Stoffwechsel bekanntlich "schlechter". Fett wird eher angesetzt und der Hund bewegt sich nicht mehr so viel wie früher. Ist ja auch beim menschen so. Allerdings führt Übergewicht besonders bei Alten Hunden zu einer Überlastung des Skeletts und damit zu schnellerem Verschleiß von Knorpel etc.

Tue daher deinem Hund den Gefallen und reduziere die Futtermenge auf eine seniorenverträgliche Portion. Auch spezielles Senioren-Futter ist ein guter Trick, den du nicht ungenutzt lassen solltest.

2.) Das Geschlecht:
Ganz klar: Bei unkastrierten Tieren neigen die Hündinnen deutlich öfter zum Übergewicht als unkastrierte Rüden. Sind allerdings die Rüden kastriert, legen sie genauso schnell ein paar Pfunde zu wie die Weibchen. So ist das halt mit der Kastration.

Daher: Achte darauf, ein bisschen weniger bei kastrierten Tieren (oder Hündinnen) zu füttern als auf der Packung steht. Hündinnen sind nicht nur kleiner, sie setzen auch leichter Fett an. Genauso wie kastrierte Rüden, die nicht mehr so viel Energie in Imporniergehabe investieren.

Mehr zum Thema Kastration: Die Kastration: Hilfreiche Infos zum Streitthema Nummer 1

3.) Krankheit:
Natürlich ist es auch so, dass bestimmte Krankheiten wie Diabetes oder Hüftarthrose Übergewicht fördern können. Das liegt einerseits bei organischen Krankheiten an dem Stoffwechsel, welcher aus dem Gleichgewicht geraten ist und andererseits bei Erkrankungen des Skeletts an dem Mangel an Bewegung (Hunde mit kaputten Kniegelenken gehen halt langsamer durch die Welt...).

Lass dich an dieser Stelle bitte genau von deinem Tierarzt beraten und dir aufschreiben, wie viel von welchem Futter du ihm jeden Tag geben solltest. Auch die Dauer und Art der Spaziergänge wird er dir erläutern können.

Bilder: CC 2.0 by ramsey everydaypants, Jeremy Vandel